51/113 Phnom Penh

Hallo Ihr Lieben!

Vor einigen Tagen waren wir zu Besuch in Kambodschas bunter Hauptstadt Phnom Penh.

Phnom Penh ist eine Herausforderung für die Sinne.

Ein Straßenverkehr bei dem keine richtigen Regeln herrschen und bunte Märkte die skurrile Dinge wie Rattenfleisch und Enten Fötusse verkaufen, können den ein oder anderen Touristen schon mal abschrecken.

Doch die charmante Stadt am Ufer des Mekong’s mit ihren überaus freundlichen Einwohnern schließen sich früher oder später in jedes Herz.

Ein lokaler Platz in der Nähe des Königspalastes auf dem tausende Tauben leben.

Autos von links, Roller von vorne und man selber zwischen zwei riesigen Reisebussen – das beschreibt den tosenden Verkehr in Phnom Penh eigentlich recht gut.

Roller sind, wie auch in Thailand, das gängigste Verkehrsmittel.

Von Frau mit Baby bis hin zu kiloweise Gemüse und anderer Lebensmittel, wird alles auf dem Roller transportiert.

Von einem Ort zum nächsten zu kommen ist, wie in den meisten Großstädten Asiens, dank der tausenden Moto (Tuktuk) Fahrer auch kein großes Problem. Diese bieten für 15-20$ auch gerne ihre Dienste als Stadtrundführer und Tourguides an.

Das haben wir dann auch gleich mal selbst ausprobiert.

Der erste Stop auf unserer Liste waren die Killing Fields von Choeung Ek, welche einige Kilometer außerhalb der Stadt liegen.

Ausgestattet mit einem Audiogerät hörten wir der grausamen Geschichte Kambodschas während eines Rundgangs auf den Feldern zu.

Betrachtet man die Killing Fields heute, so wirken sie friedlich.

Man kann sich kaum vorstellen welche schlimmen Dinge den Kambodschaner noch vor nicht allzu langer Zeit an diesem Ort angetan wurden.

Unter der Führung Pol Pots brachten die Roten Khmer zwischen 1975 und 1978 ca. 17.000 Männer, Frauen, Kinder, Babys und auch einige europäische Journalisten zu den Killing Fields von Choeung Ek, um sie dort gewaltvoll hinzurichten.

3 Millionen Menschen, 1/3 der damaligen Gesamtbevölkerung Kambodschas, wurden von ihrem eigenen Volk vier Jahre lang auf brutalste Weise ermordet.

Das größte Massengrab auf den Killing Fields mit 450 Opfern, geschmückt mit Armbändern als Zeichen der Verbundenheit und Trauer.

1980 legte man 8985 Leichnamen frei, von denen viele Fesseln und Augenbinden trugen.

43 der 129 Grabstätten sind noch unberührt. So ist es keine Seltenheit, dass Stoffreste und Knochen, die durch den Regen freigespült wurden, auch heute noch am Rand der Felder zum Vorschein kommen.

Der Truckstop an dem die Opfer „abgeladen“ wurden.Ein Baum an dem laute Musikboxen hingen, um die Schreie der Menschen während ihrer Ermordung zu übertönen.

Die Uniform der Khmer Rouge.

Es ist kaum zu begreifen wie qualvoll die Menschen durch ihre eigenen Landsleute ermordet wurden.

Am meisten jedoch hat mich der Killing Tree inmitten der Felder schockiert.

An diesem Ort wurden kleine Babys vor den Augen ihrer Mütter an einem Baum erschlagen.

Wenn ich nur daran zurückdenke wird mir wieder ganz schlecht.

Unter der Führung Pol Pots gab es keine Individuen. Alle Menschen mussten gleich sein. Es gab keine Bildung und keine Religion.

Intellektuelle wie Lehrer, Professoren, Doktoren oder Anwälte waren nur ein kleiner Teil der Menschen die ausgelöscht werden sollten. Sogar Leute die nur eine Brille trugen waren eine Gefahr in Pol Pots Augen.

Eine bekannte und schockierend Parole dazu:

„Lieber einen Unschuldigen töten, als einen Feind ausversehen am Leben zu lassen.“

Die 1988 errichtete Gedenk-Stupa auf den Killing Fields beherbergt mehr als 8000 Schädel die nach Alter, Geschlecht und Art der Ermordung sortiert wurden.

Der Besuch der Killing Fields war schockierend und traurig.

Auf der anderen Seite bewundere ich jedoch die Kambodschaner, die so gut mit ihrer Vergangenheit abschließen konnten, auch wenn viele Menschen noch gezeichnet von dem tragischen Krieg sind und ihre Körperteile durch Landmienen und Blindgänger verloren haben.

Ich halte es für wichtig sich mit der Kultur und Geschichte eines Landes das man bereist auseinander zu setzen, denn nur so lernt man die Menschen besser zu verstehen und kann sich auf sie einstellen.

So prägend der Besuch der Killing Fields war, jetzt gehe ich mit einem ganz anderen Gefühl für die Menschen durch das Land.

Kambodscha beeindruckt mich nicht nur durch seine kaum bebaute Landschaft und Natur, auch die Menschen haben meinen großen Respekt.

Im Anschluss auf den Besuch von Choeung Ek, besichtigten wir den Königspalast in Phnom Penh.

Der Palast ist wahrscheinlich der sauberste Ort in ganz Kambodscha.

Beeindruckende Gebäude mit wunderschönen Verzierungen schmücken das riesige Gelände.

Hier hätten wir uns noch einige Zeit länger aufhalten können.

Doch wenn man diesen Palast so betrachtet, dann weiß man warum Kambodscha ein armes Land ist.

Es gibt kaum ein Fleckchen auf diesem Grundstück das nicht perfekt in Form ist.

Bei Eintrittspreisen von 10$ p.p und hunderte tausenden Besuchern jedes Jahr kommt schon einiges zusammen.

Eine Abbildung von dem berühmten Tempel Ankor Wat.

Den Abend haben wir dann ganz gemütlich in einem kleinen Restaurant in einer Straßengasse ausklingen lassen.

Am nächsten Tag sind wir hoch in das kleine Städtchen Battambang gefahren und haben dort wieder einen spannenden Tag erlebt, doch dazu mehr im nächsten Beitrag.

Ihr hört bestimmt schon bald wieder von uns.

Eure Mi <3

3 Kommentare bei „51/113 Phnom Penh“

  1. Ihr Lieben, wie grausam ist der Mensch….wie schrecklich und sinnlos mussten soviele Menschen grausames erleben…sehen…und aushalten! Meinen Respekt für Euch, das ihr auch diese Dinge angeht und nicht darüber hinwegseht was dieses Land ausmacht und geprägt hat!!!!
    Aber nun wieder an schönes denken und positives tanken!
    Sunny Side up! …liebe Grüße Eure Linde

  2. Liebe Mira, alles alles Liebe und herzlichen Glückwunsch?? zu Deinem heutigen Geburtstag in der Ferne. Ich hoffe, Du kannst diesen besonderen Tag genießen und Julian verwöhnt Dich entsprechend.????
    Von Eurer Reise hört und liest man ja nur Gutes. Genießt weiterhin die Zeit und passt auf Euch auf. ???
    LG, auch an Julian, wünschen wir Frenkerts

    1. Danke Gerda! ☺️
      Ja, es war ein sehr anderer aber schöner Geburtstag. Dazu bald mehr im entsprechenden Blogbeitrag!
      Machen wir bestimmt! ?

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